„Ich bin ich und du bist du. Wenn ich rede, hörst du zu.

Wenn du redest, bin ich still, weil ich dich verstehen will.“

Irmela Brender

Beziehung braucht ein klares und offenes Ich und Du. So entsteht die Chance für ein echtes Wir.

Was wäre, wenn man es wagen würde, Streit oder Beziehungskrisen konstruktiv durch gut geführte Gespräche anzugehen? Unter welchen Umständen
könnten Sie sich vorstellen, dem anderen noch einmal zuzuhören? Was wäre, wennSie sich beide mit der Zeit in ihren Nöten und Bedürfnissen besser verstehen
würden? Was wäre, wenn Sie Ihr Interesse am Paar-Sein neu entdecken könnten? Was wäre, wenn solche Techniken gut zu lernen wären?

Sehnsucht nach Harmonie

Die meisten Menschen sehnen sich im Leben nach harmonischer Beziehung, zu sich selbst und zu Ihrem Gegenüber, wissen aber nicht, wie das geht. Teils haben wir bereits aus verschiedenen Gründen aufgegeben. Egal, wie Ihr aktueller Stand ist, Ihre Form der Beziehung gerade aussieht, Sie werden Ihre Vorstellungen leichter verwirklichen können, wenn Sie lernen, mit Ihrem Gegenüber sprechen. Dazu braucht es oft das passende Handwerkszeug und eine gewisse Haltung.

Zwiegespräche führen

Zu früh aus Gespräch oder Beziehung auszusteigen, ist wie den Tennisplatz samt ihrem Spielpartner nach der Niederlage zu verlassen, jedoch die schlechte Rückhand mit ins Miteinander der nächsten Beziehung mitzunehmen. Es droht erneutes Scheitern…

Eines steht fest: Beziehung kann gelingen.

Unabhängig davon, ob Ihr Traum von Liebe Miteinander, Nähe, Geborgenheit, Wachstum, Zukunft gestalten, Freude teilen, erfüllende Sexualität oder anders heißt, es gilt mit dem Partner neu ins Gespräch zu gehen. Zum Miteinander gehören zwar letztendlich zwei, aber je mehr Sie selbst sich kritisch bereit sind zu hinterfragen und zu klären, je offener kann Ihr Gegenüber Ihnen begegnen und vielleicht Ähnliches wagen.

Egal wie viel Gemeinsames es zwischen Ihnen und Ihrem Gegenüber gibt oder gegeben haben mag, egal wie oft Sie den Partner gewechselt haben oder wechseln werden, ohne tieferes Reflektieren von Beziehungskrisen und Mustern, die dahinterstecken, ohne ehrliches Auseinandersetzen wird eine gelingende Beziehungsführung schwieriger.

In diesem Sinne gilt es immer wieder von neuem zu fragen:

Was belastet oder bedrückt genau im Paarmiteinander? Was macht sprachlos? Was ist aktuell oder war das in Ihrer Beziehung gut Gelingende? Wo sind Möglichkeiten oder Ressourcen evtl. übersehen? Welchen Anteil habe ich selbst möglicherweise an dem, was in der Partnerschaft passiert? Welchen hat evtl. mein Gegenüber? Wo könnte ich mich zu verändern versuchen? Wo kann ich den anderen lassen, wie er ist? Wie könnte das bisherige Wir sich bei Ihnen als Paar verändern? Und wie fassen Sie das in einem Gespräch in Worte?

Beratung und BeraterInnen können dabei beispielsweise als Streitpuffer dienen. Sie können Räume zum Zuhören und Verstehen eröffnen, als Boxsack für verzweifelte Gefühle oder als Übersetzer von Sprachlosigkeit fungieren, Begleitung zurück zu Miteinander und Liebe sein oder notfalls eine scherbenarme Trennung ermöglichen.

Sie merken, es gilt für das Glück zu zweit Offenheit zu wagen. Das Paarleben gelingt nur selten wie von Zauberhand.

Sie sind also selbst gefragt. Nehmen Sie Beziehungskrisen ernst. Es gilt für kleine Missverständnisse, wiederkehrende Unterlassungen, Verletzungen, Kränkungen, Erniedrigungen und unkontrollierten Streit und die sich ergebenden Trennungsgedanken. Bedenken Sie dabei: Die sogenannte Lösung Trennung befreit nur für den Augenblick. Sie ändert leider meist wenig an Beziehungsmustern. Werden besagte ignoriert, steht zu befürchten, dass sie sich wiederholen. Das gilt für alle Beteiligten. Lernen Sie dazu innere Offenheit für das Besprechen von Konflikten und üben Sie z.B. das sog. Aktive Zuhören.

Gehen Sie in Ihrem Denken und Handeln voran. Ihr Gegenüber in der Beziehung gewinnt so an Chancen sich ebenfalls zu hinterfragen. Es spielt vielleicht mit.

Sobald das Reden und Zuhören als Paar neu eingeübt wird, können Sie und Ihr Gegenüber sich Stück für Stück ohne Moderation begegnen lernen. Das Handwerkszeug dazu, den entsprechenden „Werkzeugkoffer“ für ein solches Miteinander-ins-Gespräch-Kommen, er lässt sich erlernen. Dazu stehe ich gerne zur Verfügung.