TRAUMA

Wo fing es an und wann, was hat dich irritiert? Was hat dich bloß so ruiniert?

– die Sterne

Was ist los mit mir? Bin ich das wirklich?

Einfach ausgedrückt sprechen wir vom Entstehen eines Traumas psychologisch, wenn eine Situation oder ein Ereignis als unaushaltbar, unausweichlich und existentiell bedrohlich von jemanden empfunden wird. Das gilt auch für subjektiv in dieser Heftigkeit Empfundenes. Sie müssen also nicht immer erst einem Tsunami begegnen oder in einem brennenden Haus festsitzen, um traumatisiert zu entkommen. Es kann die erniedrigende Behandlung Ihres Vaters in der Kindheit gewesen sein, das Erleben eines Unfalls, der Überfall eines Unbekannten, Mobbing, eine lebensverändernde Krankheit, der Tod eines lieben Menschen, usw.

Es kann heißen, dass Sie sich einfach zutiefst unglücklich, trüb, antriebslos oder dumpf fühlen, und das schon seit langer Zeit, trotz aller Bemühungen das zu überwinden. Es kann auch sein, dass sie pathologische Symptome zeigen, wie z.B., dass Sie die Welt als völlig entfremdet oder feindselig erleben, Sie quälende Stimmen hören, zwanghaft Horten, alles zigmal kontrollieren müssen, unter Angst vor allem leiden, Phobien entwickeln, nicht mehr aus dem Haus gehen, sich grundsätzlich für einen Versager halten, usw.  Kennen Sie derartiges? Fragen Sie sich:

Was ist das mit mir und wo kommt es her? Was ist passiert? Warum bin ich so geworden? Was muss ich davon verstehen? Was nicht? Was will ich noch? Was kann ich tun? Wie kann ich damit leben? Wie könnte es schöner werden?

Wir sprechen bei Trauma von Geschehnissen, die aus einer Ohnmachtssituation heraus entstehen. Die Ohmacht, die (subjektiv) lebensbedrohlich erlebt wird, ist so heftig, andauernd und tiefgreifend verletzend, dass Sie eine seelische Kompensationsreaktion hervorruft und das innere Überleben für den Moment sichert. Deutliche, unter Umständen schwergradige Symptome können ausgelöst werden. Diese beeinträchtigen dann oft das tägliche Leben massiv. Es kommt also vor, dass der Schmerz durch seelische Schutzmechanismen zunächst verdrängt und in den sprichwörtlichen Keller oder „Tresor“ gesperrt werden. Doch heimlich oder zeitversetzt, bzw. später beeinflussen selbige unser Leben unausweichlich, unser Handeln, unser Empfinden und unser Sich-Verwirklichen-Wollen, bewusst oder unterbewusst. Dies geschieht oft in solchem Maße, dass Änderungen solcher Verhaltensmuster ohne professionelle Hilfe teils kaum noch möglich sind.

Nehmen Sie das Bild des Tresors: Sie können Ihren Schuldschein, ihre Verletzungen, Kränkungen oder Ängste „wegschließen“, ignorieren und so leben, als gäbe es das alles nicht. Die Folgen werden Sie irgendwann einholen, nichtsdestoweniger.

In jedem Falle gilt: Da wo ungünstige Verhaltensmuster, die Fernsteuerungen Ihres Lebens übernehmen oder Dauerrückkehrer bleiben, weisen Sie, wenn auch oft unverstanden, den Weg hin auf Entwicklungschancen. Denn wer die Rechnung ohne die tiefen seelischen Verletzungen macht, zahlt am Ende doch, manchmal gar doppelt. Die harte Währung hier ist ihre Lebensqualität.

„Ich bin ein ganz normaler Tag, ich bin so wie ein leeres Blatt. Und nichts hat sich erledigt. […] Mein liebes Kind, ich bin die Bühne nur und nicht das Drama. Ich nicht wirklich die Gefahr […]“

— die Sterne

Frage nicht nur Warum oder Wieso? Frage, was kann ich tun. Denn die Umstände oder die anderen verändert man nicht so leicht wie sich selbst, wie schwer auch immer das erscheinen mag.

— unbekannter Verfasser